Podcast mit Volker Hölzl und Harry Putz

In wenigen Stunden beginnt das 10. Freeride Filmfestival in Innsbruck. Zu diesem Jubiläum haben auch die beiden Festival-Organisatoren einen Blick zurückgeworfen und über ihre Erfahrungen bilanziert. In der Folge 01 unseres Podcasts offpisteonair spricht FM4-Legende Heinz Reich mit den beiden Masterminds aber nicht nur über das Festival selbst, sondern auch über viele andere Themen: z. B. die ersten Wintererfahrungen als Kind, die jeweiligen Wettkampfkarrieren (Harry war durchaus erfolgreich am Snowboard, Volker hatte nur eine kurze Rennlaufbahn) oder den Eindruck, den das Tragen einer Ski- bzw. Snowboardlehrer-Jacke bei den weiblichen Gästen hinterlassen hat. Aber das hört ihr euch am besten selbst an – einfach Folge 01 auf unserer Podcast-Übersichtsseite anwählen.

Während sich Harry Putz (l.) eher um die filmerischen Angelegenheiten kümmert, ist Volker Hölzl hauptsächlich für Organisation, PR und Sponsoren zuständig. (Credit: Joe Hölzl)

Volker und Harry sind auch bei allen Stationen des FFF 2019 mit von der Partie – hier könnt ihr euch die Termine ansehen und auch gleich ein Ticket buchen. Und zur Einstimmung gibt es jetzt noch ein paar Quotes aus dem gut halbstündigen Gespräch mit den beiden Organisatoren.


Über das erste gemeinsame Treffen

Volker: „Mitte, Ende der 1990er hab ich den Harry das erste Mal bei einem Austria Cup auf der Schmittenhöhe gesehen. Er ist damals Boardercross gefahren und war als `The fastest rasta´ bekannt.“

Harry: „Daran kann ich mich zwar nicht erinnern, weil er ja einer von Tausenden war, die mir zugejubelt haben (lacht). Nein, ehrlich. Das erste Mal bewusst getroffen, hab ich den Volker 2010, weil ich einen Film bei dir eingereicht habe und du ihn mit Handkuss genommen hast.“


Über den „getrennten“ Start des Freeride Filmfestivals

Harry: „Ich hab ab 2003 erste eigene Filme produziert, aber es haben dafür einfach die Plattformen gefehlt. Daher hab ich erste Filmabende in Lech organisiert – zusammen mit anderen Filmen, damit sich das auch auszahlt. Dann hab ich mich mit dem Manfred Pascher vom Filmfest St. Anton zusammengetan und 2010 einen Abend in Innsbruck organisiert.“

Volker: „Ich hab 2007 oder 2008 den ersten Filmabend in einem Shop gemacht. Ich hab das dann weiter beobachtet und gesehen, dass da immer mehr passiert. Und schließlich wollte ich dann der Ski- und Freeride-Szene eine Plattform geben – und damit war dann im November 2010 der erste Event geboren.“ (Anm.: Kurze Zeit später haben Harry und Volker dann gemeinsame Sache gemacht.)


Über den ersten Skifilm

Volker: „Einer der ersten, an den ich mich erinnere, war natürlich `Fire & Ice´ von Willy Bogner 1984 oder 1985.“

Harry: „Ja, genau – same, same.“

Volker: „Und viel, viel früher hat es einen gegeben: `Der Weiße Rausch´, der am Arlberg gedreht worden. Der ist schon Anfang der 1930er Jahre entstanden. Aber erinnern tu ich mich natürlich nur an `Fire & Ice´.“


Über den Unterschied zu Filmen von vor 10 Jahren

Harry: „Der größte Unterschied ist, dass heute bei jedem Film Wert darauf gelegt wird, eine Geschichte zu erzählen – ob dokumentarisch, künstlerisch oder fiktiv. Früher hat es gereicht, einen Action-Streifen zu machen, Musik darüber zu legen und zu cutten.“

Volker: „Es geht um die Story und die Menschen, die beschrieben werden, und nicht um die Action – es ist zwar auch wichtig und schön, wenn Leute ein fettes Face hinunterfahren, aber das ist nicht ausschlaggebend im Moment.“

Harry: „Ski Porn – also reine Action – ist sowieso ein Ausschlusskriterium für uns. Diese Filme sprechen auch nur eine ganz kleine Community an. Hingegen sind Filme, die im Doku-Style gedreht sind oder mehr eine eigene Story erzählen, für jeden interessant – und auch für die Szene nicht uninteressanter. Das ist für uns als Veranstalter dann natürlich ein Gewinn, weil wir ja möglichst viele Leute ansprechen wollen.“


Über Nachhaltigkeit

Volker: „Das Thema Nachhaltigkeit ist absolut im Freeride-Bereich angekommen. Auf den Messen sieht man zum Beispiel einen ganz eindeutigen Trend bei Bekleidung mit ökologischen Materialien. Und das Thema steht auch bei allen unseren Festival-Partnern im Fokus. Wir haben deshalb auch die Initiative `Freeride For Future´ ins Leben gerufen, um auf einen schonenden Umgang mit der Natur und den Ressourcen hinzuweisen.“


Über Lieblingsfilme aus dem Freeride-Bereich

Volker: „Ich hab so viele gute Filme gesehen in den letzten 10 Jahren. Einer, der heraussticht, ist aus dem vergangenen Jahr: `Eis & Palmen´ von Jochen Mesle und Max Kroneck. Die sind mit dem Rad quer durch die Alpen gefahren und haben auch einige 4000er mit den Skiern bestiegen – das hat mich schon sehr fasziniert: die sportliche Anstrengung, die Story und wie der Film produziert worden ist.“

Harry: „Da kann ich mit einhaken – das ist einer der besten Filme, die wir je gezeigt haben. Aber ich tu mir generell schwer mit solchen Rankings: Ich hab auch keine Lieblingsspeise oder Lieblingsfarbe. Einen Film, den ich aber noch erwähnen möchte, ist `Zarbadast´. Eine Dokumentation über eine Ski-Expedition in den Himalaya – irrsinnig gut umgesetzt. Oder `Contraddiction´ von Elias Elhardt. Der ist auch ein Wahnsinn. Und ich glaube, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass wir als Festival da auch eine gewisse Dosis an Entwicklungsarbeit geleistet haben.“

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