Freeride Filmfestival 2020: shred@home, film@home

Aktualisiert: Okt 5

2020 ist für uns alle ein ungewöhnliches Jahr. Das Freeride Filmfestival reagiert darauf mit einem ganz besonderem Programm: Die Filmauswahl ist so international wie nie zuvor – und widmet sich dennoch vor allem dem Schönen vor der eigenen Haustür.



Das 11. Freeride Filmfestival startet am 7. November 2020 in Andermatt und führt in weiterer Folge bis Ende November durch Österreich, Deutschland, die Schweiz und – erstmals in unserer Geschichte – nach Italien. Die genauen Spielorte geben wir in den kommenden Tagen bekannt, der Kartenvorverkauf startet am 1. Oktober.


Nach langen, intensiven Beratungen hat sich die Jury für eine Auswahl von fünf Filmen entschieden, die eine große Bandbreite widerspiegeln, vom stilvollen Ambiente- und Atmosphären-Film über die psychische Hardcore-Belastung in den Bergen zu Beginn des Corona-Lockdowns bis hin zu Slapstick und einem kompletten Solo-Projekt. Doch eines haben die Produktionen aus Österreich, der Schweiz, Norwegen und Island gemeinsam: Sie verzichten auf große Trips hinaus in die weite Welt, sondern suchen das Schöne im eigenen Hinterhof - frei nach dem Motto shred@home, film@home.


Laurent De Martin hebt ab, Francois Marclay fängt ihn ein

"From Switzerland With Love by Région du Midi"

Hauptdarsteller ist Laurent De Martin, ein international renommierter Freeskier aus der Westschweiz. Er ist viel in der Welt herumgetingelt, nun lädt er Athleten aus Nah und Fern in seine Heimat ins Wallis ein, um dort die verschiedenen Terrains und Spielarten auszukosten. Laurents Zuhause sind die „Dents du Midi“ („Die Zähne des Südens“), sieben Dreitausender im französischsprachigen Teil der Schweiz. Regie hat der hochbegabte Titouan Bessire geführt. Das Ergebnis ist ein Potpourri des Freeskiings: von Street bis Backcountry. Präsentiert in absolut stimmiger, familiärer Atmosphäre und mit einem Soundtrack, der unter die Haut geht. Einen Film mit so viel „Freestyle“ hat‘s beim FFF schon lange nicht mehr gegeben!


Moritz Ablinger hat den Corona-Blues

"Metanoia"

In dieser österreichisch-deutschen Produktion rückt die COVID-19-Pandemie plötzlich ganz nahe. Wenige Tage vor dem Lockdown am Freitag, den 13. März 2020 bricht die Mountain Tribe Crew in die Ötztaler Alpen auf. Ziel ist eine alte Grenzhütte am Timmelsjoch. Dort will die Gruppe neben Skitouren und Big Lines auch die Grenzen von Freundschaft und Gesellschaft ausloten. Doch das Unterfangen wird zum Grenzgang der anderen Art. Statt lustiger Abende gibt es knallharte Diskussionen. Dazu intensiven Kontakt zu Polizei, Liftgesellschaft und den Familien zu Hause. Metanoia steht für einen zunehmenden Sinneswandel, der sich im Zug des Films bei den Athleten und dem Filmteam breitmacht. Die Kamera ist dabei immer on. Wird am Anfang noch gewitzelt und auf der Gitarre der Corona Blues gespielt, gesellt sich im Lauf der Tage bitterer Ernst unter die Truppe.


Runar Petur carvt, Vidir Bjornsson fotografiert

"Fjörd Lines"

Snowboarder Runar Petur nimmt uns mit in seine Lieblingsgegenden in Island. Wie der Name verrät, geht es um die einzigartigen Fjordlandschaften Islands. Es sind spektakuläre Aufnahmen, die uns Filmemacher Víðir Björnsson zeigt. Gleichzeitig strahlen sie eine Ruhe und magische Verbundenheit aus, die fast zur Melancholie verleiten. Verantwortlich dafür ist vor allem der individuelle Style von Runar Petur, wenn er eins mit seinen Lines wird.



Ein Andreas Køhn braucht kein Automobil

„Billøs/Carless“

Mindestens ebenso individuell ist der Film vom Norweger Andreas Køhn. Billøs heißt auf Deutsch sorglos, und carless (autolos) ist Andreas, weil ihm eine Reparatur für seinen PKW zu teuer kommt. Deshalb verzichtet er komplett auf diesen Luxus, steigt aufs Fahrrad um und tourt damit seit zwei Jahren in die Gebiete Bodø, Lyngen und Lofoten. Andreas Køhn ist ein Einzelgänger und ein bisschen ein Eigenbrötler ebenso. Das gibt er ganz offen zu. Dazu zählt auch sein Drang zur Reduktion von Emissionen. Dieser Film ist „simple & basic at its best“. Fast alles selbst gefilmt und außer einer Fahrt mit der Fähre auf die Lofoten gibt es nur Muskelkraft. Andreas lässt sich weder von Regenfällen noch von, nun ja, suboptimalen Schneeverhältnissen stoppen und schaut immer in eine bessere Zukunft: „Der nächste Monat wird großartig. Der nächste Monat.“



Felix Wiemers, fotografiert von Hans-Martin Kudlinski

„Der Tiroler und sein Piefke – Teil 2“

Zu guter Letzt noch etwas höchst Satirisches. Filmemacher Michael Bernshausen präsentiert einen ewigen Klassiker aus den Tiroler Alpen: Ein Einheimischer, in diesem Fall Roman Rohrmoser aus dem Zillertal, und ein Deutscher, Felix Wiemers aus Hessen, üben sich in allerlei Verständigungsschwierigkeiten. Was die beiden verbindet: Skifahren auf höchstem Niveau. Die Grundlage für diese Skifilm-Persiflage bietet die erfolgreiche TV-Serie „Die Piefke-Saga“ aus den frühen 1990er-Jahren. Bernshausen hat sich an diesem Klassiker orientiert und legt nun nach Teil 1 von „Der Tiroler und sein Piefke“ die Fortsetzung nach. Erneut zeichnet er mit einer starken Note schwarzem Humor ein Porträt der ewigen Hass-Liebe zwischen Österreichern und Deutschen. Wie ernst die sprachlichen und kulturellen Missverständnissen gemeint sind, soll das Publikum selbst entscheiden.


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