• Freeride Filmfestival

Mit Ski und Rad über die Alpen an den Strand


„Eis & Palmen“ ist ein Roadmovie der abenteuerlichen Natur. Jochen Mesle und Max Kroneck radeln von ihren Heimatorten in Baden-Württemberg bzw. Bayern bis nach Nizza. Unterwegs nehmen die beiden auch noch sechs fette Ski-Touren auf 4.000er mit. Wie der sechswöchige Trip verlaufen ist, skizziert der studierte Physiker Jochen Mesle im Frage-Antwort-Doppelpass.


Dass in den Alpen der Schnee im Mai noch meterhoch liegen kann, haben Jochen Mesle (li.) und Max Kroneck am eigenen Leib erfahren. (Foto: Philipp Becker)

Ihr habt auf eurem Weg 1.800 Kilometer und 35.000 Höhenmeter mit Rad und Skiern zurückgelegt. Was war der Antrieb, von Süd-Deutschland ans Mittelmeer zu touren?

Im Herbst 2016 haben Max und ich uns zusammengesetzt und überlegt, warum wir eigentlich Skifilme machen – und warum wir überhaupt Skifahren. Aber ohne direkt daran zu denken, dass ein Film draus werden soll. Die Key-Elemente, auf die wir draufkamen, waren: in der Natur sein, stark angeknüpft ans Bergsteigen, direkt von der Haustür weg etwas Schönes erleben und das alles verknüpft mit unseren Leidenschaften Radfahren und Skifahren. Dazu kam noch, dass Max eine Fotografie-Ausbildung hat und ich auch leidenschaftlich gerne Fotos mache.

Gestartet habt ihr das Projekt dann im späten Frühjahr 2018. Wie plant man so etwas?

Wir wollten es schon 2017 machen, aber eine Verletzung von mir kam dazwischen. Unterm Strich muss man sagen: zum Glück, weil die ganze Abwicklung viel zu hektisch gewesen wäre. Wir haben versucht einzuschätzen, wie lange wir brauchen, und uns auf eine grobe Route festgelegt. Aber zwischendurch haben wir je nach Bedingungen entschieden, wann wir einen bestimmten Berg machen. Oft sind wir auch den schönen Tagen hinterhergefahren. Ich habe mir den Mai immer als sonnigen Monat vorgestellt. Aber in den Alpen kann das Wetter ganz schön winterlich sein.


"Eis & Palmen" ist ein Abenteuer der Sonderklasse mit hochalpinem Bergsteigen und Skifahren. (Credit: www.eisundpalmen.de)

Was habt ihr mit den Rädern gemacht, wenn ihr auf eine Skitour gegangen seid?

Die haben wir unten gelassen. Wir haben uns von 20 Bergen die 6 schönsten ausgesucht und dort klassische Skitouren gemacht. Unser Hauptziel war Wallis, wo wir die meisten Berge bestiegen haben. In Frankreich haben wir dann den südlichsten 4000er entdeckt, über den wir nicht so viel gewusst haben – wirklich eine voll schöne Ecke. Wichtig war uns: alles aus eigener Kraft bewältigen und ökologisch angehen.

Wie ist die filmische Dokumentation der Reise abgelaufen?

Für das Intro und Outro waren Philipp Becker und Johannes Müller von El Flamingo Films mit Kameras dabei. Wir hatten schon öfters mit den beiden gearbeitet. Bei zwei Bergen ist Philipp zusätzlich nachgekommen und einmal hat uns auch „Joi“ Hoffmann gefilmt. Einige Kapitel des Films haben aber Max und ich komplett selbst gemacht. Wir haben uns gegenseitig gefilmt und fotografiert.

Wo habt ihr euer Lager aufgeschlagen und geschlafen?

Ich mag gerne abgelegene, idyllische Plätze in der Natur im Zelt. Manchmal sind wir aber lange gefahren und wollten nicht in der Dunkelheit nach Schlafplätzen suchen. Darum sind wir auch in Ortschaften geblieben – einmal haben wir in einer Tiefgarage übernachtet, einmal in einer kleinen Höhle auf einem Spielplatz. Drei Nächte haben wir in einem Hotel verbracht und die Nächte vor unseren Skitouren auf Berghütten.


Der gebürtige Baden-Württemberger und Wahl-Innsbrucker Mesle bei einer weiteren großen Leidenschaft: dem Fotografieren. (Foto: Max Kroneck)

Was sind ganz prägende Erfahrungen dieser Tour?

Auf jeden Fall, dass du sechs Wochen lang die gleichen Sachen anhast und nicht darüber nachdenken musst, wofür du dich entscheidest. Nur würd‘s dich nach ein paar Wochen schon freuen, wenn du was Frisches zum Anziehen hättest. Aber es war schon ein einfaches und schönes Leben, das wir geführt haben. Diese unglaubliche Freiheit, dass wir den ganzen Tag nützen und uns die Zeit völlig frei einteilen konnten. Wir hatten natürlich das Ziel vor Augen und gaben dazwischen Gas – von der Früh bis zum Abend kann man einiges an Kilometern und ordentlich Höhenmeter zurücklegen. Aber es war unsere eigene Entscheidung.

Was waren die größten Herausforderungen?

Ein Problem war das Gepäck, weil wir erst drei Tage vor dem Start die erste Ausfahrt gemacht haben. Da haben wir gemerkt, dass wir mit unserer Übersetzung nicht über die Berge kommen, nur es gab keine bessere. Aber dann hatten wir das Glück, dass uns Rose Bike hinten ein größeres Ritzel montieren konnte. Damit sind wir halt gerade so die Berge hinaufgekommen. Außerdem waren wir beide einmal krank: ich in Andermatt und Max in Italien. Das kam daher, dass wir alle Ruhetage gestrichen haben, weil wir die Berge unbedingt bei schönem Wetter erreichen wollten.

Check dir dein Ticket für "Eis & Palmen". Der Film wird bei folgenden Tour-Stopps des Freeride Filmfestivals gezeigt: als 31-min-Vollversion in Köln und Graz; als 17-min-Festivalversion in Innsbruck, Stuttgart, München, Wien, Salzburg, Villach und Dornbirn.

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