• Freeride Filmfestival

Vom Arlberg zum Mt. Cook


Nadine Wallner ist beim FFF 2018 gleich mit zwei Filmen vertreten. In "Now or Never" wird ihre einzigartige Karriere nachgezeichnet: vom Aufwachsen am Arlberg über die zwei Freeride-WM-Triumphe bis zur schweren Verletzung und dem Comeback. In "The Sky Piercer" stellt sich die Vorarlbergerin gemeinsam mit Sam Smoothy und Xavier De Le Rue dem Mt. Cook, Neuseelands höchstem Berg. Wir haben mit ihr über die beiden Projekte gesprochen.


Beim Trip nach Neuseeland und zum Mt. Cook hatte Nadine Wallner mit einer schweren Bronchitis zu kämpfen. (Foto: Mickey Ross)

Du stammst aus Klösterle am Arlberg und hast als Tochter eines Bergführers das Freeriden quasi in den Genen. Wie war das, mit dem Projekt "Now or Never" deine Heimat in einem eigenen Film vorzustellen?

Der Arlberg ist schon mein Herzstück unter allen Bergen und ich habe eine besonders emotionale Beziehung zu ihm. Durch das Projekt wurde mir wieder einmal bewusst, wie privilegiert ich bin, dort aufgewachsen zu sein und dort leben zu dürfen. Außerdem hatte ich dadurch die Möglichkeit, dass ich Touren an Spots mache, für die ich mir vorher keine Zeit genommen habe. Sehr schön war auch, dass ich dabei immer wieder gemeinsam mit Gleichgesinnten unterwegs war und mit ihnen die Gegend neu entdecken konnte.

Im Film sind auch Szenen aus deiner Kindheit nachgestellt, z. B. dass du wegen des Skifahrens zu spät in die Schule kommst. Zudem sieht man, wie du mit den Skischuhen Auto fährst. Wie nah hast du die Filmcrew in dein Privatleben hineingelassen?

Das Team hat mich schon in allen möglichen Stimmungslagen, Höhen und Tiefen erlebt. Die Kameras waren da immer sehr nah dran. Es ist eben kein klassischer Freeride-Film, wo man irgendwo hinfährt und dort ein Projekt absolviert, sondern ein sehr persönliches Porträt über mich. Das war schon etwas ganz Spezielles.


Nadine als Volksschülerin wird in "Now or Never" von Jana Häusl gespielt, der Tochter von Freerider Stefan Häusl. (Foto: Jakob Schweighofer)

Du hast im Frühjahr 2014 bei Dreharbeiten in Alaska einen offenen Schien- und Wadenbeinbruch erlitten. Diese Verletzung ist sowohl in "Now or Never" als auch im zweiten Projekt "The Sky Piercer" ein Thema. Hast du dir die Aufnahmen deines Sturzes schon einmal angesehen?

Als mir die Szenen des Unfalls gezeigt wurden, habe ich schon wegschauen müssen. Ich muss das nicht sehen, um das Ganze aufzuarbeiten. Viel wichtiger ist, dass ich an mir arbeite, dass der Sturz nicht unterbewusst mitfährt und überhandnimmt. Da geht es aber nicht um Angst, sondern darum, Situationen objektiv und rational zu beurteilen. In Summe hat mich der Unfall als Person wachsen lassen und ich gehe nun viel bewusster an das Leben heran. Ich bin auch dankbar dafür, dass ich wieder dort bin, wo ich jetzt stehe. Und ohne Sturz hätte ich wohl nie zu klettern begonnen.

Ist das Klettern mittlerweile eine Konkurrenz zum Skifahren?

Das Skifahren ist mein Beruf, das ist auch gut so. Aber ich bin wirklich saumotiviert beim Klettern. Das ist eine Nebensparte, die durchaus ausbaufähig ist. Im Sommer 2015 habe ich damit begonnen und heuer im Frühjahr bin ich das erste Mal eine Tour mit Schwierigkeitsgrad 8b+ geklettert. Durch die besseren Skills habe ich jetzt halt Zugang zu Spots und Touren, wo nicht so viele Leute unterwegs sind.


Nach ihrer schweren Verletzung im Frühjahr 2014 hat sich Nadine längst wieder zurückgekämpft. (Foto: Jakob Schweighofer)

In Neuseeland seid ihr auch geklettert, weil euch der Mt. Cook vom Wetter her lange hingehalten hat. Wie waren die Dreharbeiten zu The Sky Piercer allgemein – du warst ja die einzige Frau im Team?

Wir waren echt ein super Team. Sam (Smoothy, Anm.) hab ich von der Freeride World Tour gekannt und Xavier (De Le Rue, Anm.) zumindest vom Hallo-Sagen. Es war wirklich ein sehr netter Umgang miteinander und voll auf Augenhöhe. Da hat es keine Egotrips oder Selbstdarstellungen gegeben, wie ich das auch schon erlebt habe – sowohl mit Männern als auch Frauen.

Ohne jetzt zu viel verraten zu wollen. Aber du bist während der Dreharbeiten krank geworden.

Ja, jede Mission hat ihre eigenen Challenges und gesundheitlich war es sehr hart für mich. Wir waren bei 8 Grad Surfen und ich habe mir eine starke Bronchitis geholt. Ich musste Antibiotika nehmen und konnte ein paar Tage gar nichts machen. Da war sogar das Spazieren anstrengend. Ich hab schon damit gerechnet, dass ich im Tal bleiben muss – immerhin sind es 1.400 Höhenmeter Aufstieg auf den Mt. Cook. Aber meine Leidensbereitschaft war dann doch groß genug.

"Now or Never" wird in Stuttgart, Berlin, München, Salzburg, Villach, Dornbirn gezeigt.

"The Sky Piercer" ist in Innsbruck, Luzern, Zürich, Köln, München, Wien, Dornbirn zu sehen.

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