• Freeride Filmfestival

Die Papas als Abenteurer


Der Alltag von Matthias „Hauni“ Haunholder und Bernd Krainbucher ist von zwei wesentlichen Rollen geprägt: jener des abenteuerlustigen Freeskiers und jener des fürsorglichen Vaters. In ihrem Film „Daddies on Skis“ lassen sie uns teilhaben, wie sie diesen Spagat managen. Über die Motivation für das Projekt und mögliche Effekte auf das Publikum sprach Hauni mit uns im Rahmen der alljährlichen FFF-Hüttengaudi.


Matthias Haunholder (li. mit Ski-Buddy Bernd Krainbucher) erklärt, wie er seine Leidenschaft für das Skifahren mit der Vaterrolle in Einklang bringt. (Foto: Mirja Geh)

Wie ist die Idee zu „Daddies on Skis“ entstanden?

Bernd Krainbucher ist ein guter Ski-Buddy von mir und wir sind im Winter immer viel gemeinsam unterwegs. Neben dem Skifahren verbindet uns auch, dass wir beide Väter sind. Noch dazu sind wir fast Nachbarn – zwischen Bernds Haus in Kitzbühel und meinem in Ebbs liegen nur zwei Berge: der Wilde Kaiser und der Zahme Kaiser. Also haben wir uns gedacht, warum stellen wir nicht einmal unsere Situation als Papas dar und verbinden das Ganze mit der bekannten Skitour „Kaiser Express“.

Die Rolle als Familienmensch zeigt ihr auch mit einer gehörigen Spur Augenzwinkern. So kommen in dem Film nur eure beiden Partnerinnen zu Wort.

Wir lassen ganz bewusst unsere Frauen über uns sprechen, weil sie es besser beurteilen können, ob wir unsere Aufgabe als Papa gut erledigen und wie wir das mit unserer Leidenschaft für das Skifahren kombinieren. Sie haben da einfach einen klareren Blick darauf, als wenn wir über uns selbst erzählen würden. Denn natürlich ist es nicht immer leicht für sie, wenn wir unterwegs sind. Aber wir beide sind als Väter sehr fürsorglich und schauen, dass wir möglichst viel da sind.


Neben Einblicken in den Familienalltag ist in „Daddies on Skis“ auch jede Menge knackiger Freeride-Action zu bewundern. (Foto: Mirja Geh)

Welchen Effekt wünschst du dir, dass der Film hat?

Mein Wunsch ist, dass sich andere Familien, Frauen, Männer darin selbst wiedererkennen. Also, wie man eine große Leidenschaft verfolgen kann, obwohl man als Elternteil eben auch eine große Verantwortung hat. Aber ich will mit dem Film niemanden belehren, wie er es machen soll. Ich will nur aufzeigen, wie es bei uns läuft. Wenn das jemand lustig findet, ist das gut. Und wenn ich damit zum Nachdenken anregen kann, auch.

Bist du bei deinen Expeditionen vorsichtiger geworden, seit du Daddy bist?

Das Risiko ist klarerweise ständig ein Thema – vor allem wenn man Papa ist. Aber das ist für mich auch eine Einstellungssache. Wenn ich auf einem steilen Grat oder einer Schneewechte irgendwie riskant hinübermuss, dann muss ich mich voll auf diese Sache konzentrieren. Ich bin dann auch nicht wirklich vorsichtiger, aber ich kenne schon meine Grenzen und weiß über meine Kompetenz Bescheid – und somit hab ich das ganz gut im Griff.


Im Rahmen der FFF-Hüttengaudi plauderte Hauni ganz entspannt mit uns. (Foto: Matthias Leinich)

Mit deinem langjährigen Expeditionspartner Matthias Mayr bist du oft Wochen lang in entlegenen Regionen wie Sibirien oder der Antarktis unterwegs. Musst du da nicht manchmal deine Grenzen überschreiten?

Ich war nie einer, der ständig übers Limit geht. Daher habe ich meistens alles unter Kontrolle. Sicher gibt es zwischendurch einmal kritische Momente, weil ich ja schon das Maximum aus einer Expedition herausholen will. Trotzdem war ich noch nie einer brutalen Gefahr ausgesetzt. Aber genauso wichtig sind dabei das Teamverständnis und das Zusammenspiel aller Beteiligten. So lassen wir uns etwa bei der Routenwahl viel Zeit und wollen keine Speed-Rekorde aufstellen.

Als ihr Ende 2017 für das Filmprojekt „No Man’s Land“ in der Antarktis gedreht habt, war deine Frau hochschwanger.

Das war zwischendurch echt knapp. Einmal habe ich eine SMS von meiner Frau bekommen, dass sie schon am Weg ins Krankenhaus ist. Es hat sich aber als Fehlalarm herausgestellt. Zur Geburt war ich dann zum Glück rechtzeitig zuhause, nachdem wir das Projekt erfolgreich beendet hatten.

„Daddies on Skis" ist bei folgenden Tour-Stopps des Freeride Filmfestivals 2018 zu sehen: Innsbruck, Stuttgart, Köln, Berlin, München und Salzburg

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