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Urlaub der anderen Sorte


„Ski Vacation“ ist eine Komödie mit einem Slapstick-Panoptikum, das nachhallt. Der Innsbrucker Freerider Raphael Webhofer und der Filmemacher Johannes „Joi“ Hoffmann von Whiteroom Productions haben dafür ihre Köpfe zusammengesteckt und einen Ski-Film der eigenen Art gedreht: mit viel Ironie, Fantasie und auch Action. Wie das Projekt abgelaufen ist, lässt uns Raphael im Almgespräch wissen.


Bei der alljährlichen Hüttengaudi des Freeride Filmfestivals gab Raphael Webhofer Einblicke, wie es sich als Schauspieler vor der Kamera angefühlt hat. (Foto: Matthias Leinich)

Erzähl mal kurz über den Inhalt des Films.

Ein brasilianisches Pärchen kommt mit einem Campingbus in einen Tiroler Skiort und wird alles andere als herzlich empfangen. Während die Touristin dann mit dem Skilehrer unterwegs ist, sucht ihr Freund Anschluss bei den Locals. Doch die schneiden ihn, wo’s geht. Was sie nicht wissen: dass er eigentlich ein wirklich guter Skifahrer ist. Aber dann nimmt die Story eine Wendung und am Schluss macht es ... – das wär jetzt zu viel verraten.

Wie seid ihr auf dieses Thema und die Umsetzung gekommen?

Wir wollten unbedingt einen Spielfilm mit Slapstick-Elementen machen und haben im Sommer 2017 lang überlegt. Im Dezember haben wir das Storyboard dann in einem Nachmittag zusammengeschrieben und losgelegt. Es war natürlich viel aufwändiger als gedacht und brutal intensiv: rund 20 Drehtage, davon gut die Hälfte nur für die Story. Dazu noch sechs bis sieben Tage, wo wir nur Skifahren waren. Aber das Wetter hat uns in die Hände gespielt – wir hatten viel Sonnenschein.

Welche Botschaft wollt ihr mit diesem Projekt senden?

Wir hatten nur ein kleines Budget und haben das ganz spontan entschieden. Wir wollten einen ganz anderen Weg gehen und unser eigenes Narrativ einbringen. Im Endeffekt wollen wir mit dem Film unterhalten und darauf hinweisen, dass man sich selbst nicht immer zu ernst nimmt. Gerade in Zeiten, wo Heroismus und Selbstinszenierung sehr populär sind.


Find den Raphael in der Rinne! Die Ski-Action wurde unabhängig von der restlichen Story gedreht. "Wir hatten viel Glück mit den Bedingungen", so der Freerider. (Foto: Whiteroom Productions)

Wie schwer ist dir das Schauspielen gefallen?

Es war nicht einfach, aber „Joi“ und Simon (Platzer, Anm.) haben mich super unterstützt. Die Schauspielerei hat mich schon immer fasziniert. Drum hab ich es sehr cool gefunden und es hat mir wirklich getaugt. Eine Rolle zu spielen, fällt mir leichter, als ein Interview zu geben. Was ich mir nicht gedacht habe: wie viel Organisation und Koordination insgesamt notwendig war. Aber es war auch wirklich spontan. Manchmal haben wir am Nachmittag telefoniert und gesagt: „Morgen gehen wir drehen.“ Die Ski-Action haben wir unabhängig vom Rest gemacht.

Es sind ja ziemliche viele Leute in die Handlung involviert. Wie war das so am "Set"?

Wir hatten eine super Stimmung und viel Spaß beim Drehen. Viele Freunde von uns und auch meine Freundin haben sich Zeit genommen und mitgemacht, das war schon etwas Besonderes. Überhaupt hat es bei diesem Filmprojekt, auch wenn es mal stressig war, immer eine große Harmonie gegeben. Das hat es sehr angenehm gemacht. Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten für diese schöne Zeit.

Wo geht deine Reise hin?

Da bin ich gerade am Überlegen in welche Richtung. Ich kann seit vier Jahren vom Skifahren leben. Ich hatte ja das Glück, dass ich mich mit 18 gleich nach der Schule für die Freeride World Tour qualifiziert habe. Ich bin aber in der nächsten Saison gleich wieder hinausgeflogen. Früher habe ich mich vor allem dadurch ausgezeichnet, dass ich sehr jung war. Das ist vorbei. Aber jetzt bin ich dafür ungebunden und kann mich ganz frei entscheiden.

Und wenn’s einmal nicht mehr das Skifahren ist?

Ich hab gerade meinen Bachelor in Politikwissenschaften abgeschlossen, vielleicht mach ich den Master. Schauspielen und Drehbuch schreiben find ich auch spannend – bei „Ski Vacation“ hab ich das ja gemeinsam mit Joi schon im kleinen Rahmen umgesetzt.

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Ski Vacation ist bei folgenden Tour-Stopps des Freeride Filmfestivals 2018 zu sehen: Innsbruck, Luzern, München, Salzburg, Villach und Dornbirn

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