Wenn die Sonne nicht mehr untergeht


Mit „La Luce Infinita“ hat die regierende Freeride-Weltmeisterin Arianna Tricomi gemeinsam mit Marco Tribelhorn von Troublefilms ihren ersten Film produziert. Im Interview erzählt uns die Italienerin mit Wohnsitz in Innsbruck, warum sie sich für den hohen Norden Norwegens als Belohnung für ihren WM-Titel entschieden hat.


Am Hafelekar hoch über Innsbruck plauderten wir mit Arianna Tricomi über ihre großartige Saison und ihren Film. (Foto: Matthias Leinich)

Lass noch einmal deinen Run beim letzten Rennen der Freeride World Tour rekapitulieren. Woran erinnerst du dich am liebsten?

Ich bin ja in den vergangenen zwei Saisonen immer beim letzten Tour-Stopp gescheitert. Aber diesmal hatte ich am Bec de Rosses einfach so viel Freude beim Skifahren und war so glücklich, beim Contest dabei sein zu können. Vor meinem Run habe ich mir im Hotel die Entscheidung bei den Snowboard-Herren im Fernsehen angeschaut und gesehen, dass Gigi Rüf genau diese originelle Linie wählt, die ich auch wollte. Also hab ich ihn gleich danach angerufen und gefragt, wie dort die Bedingungen sind. Am Start war ich dann so entspannt und bin genau das gefahren, was ich wollte. Ohne mir vorzunehmen, was ich wo mache. Ich hab das auf mich zukommen lassen und es war ein richtiger Flow. Ich bin ja nicht die klassische Big Mountain Riderin, mein Stil ist eher flüssiger, verspielter.

Welche Geheimtipps hat dir die Freestyle-Ikone aus Vorarlberg geben können?

Wir haben über die Besonderheiten der Linie gesprochen. Das ist ja ein gefährlicher und wilder Berg. Außerdem war ziemlich schlechte Sicht. Und ich mag einfach Gigis Style. Er ist ein großes Vorbild und ich habe viele Videos von ihm gesehen. Es ist einfach eine Ehre, mit ihm zu tun zu haben. Im Frühjahr hab ich auch ein Snowboard geschenkt bekommen, der Sport fasziniert mich schon sehr.

Worauf kommt es dir beim Skifahren an?

Es soll sich gut anfühlen und schön aussehen. Mir sind die Turns zwischen den Cliffs genauso wichtig – wichtiger sogar als das Hupf’n. Flow ist das richtige Wort dafür. Das kommt auch im Film raus. Es geht darum, offen zu sein und sich voll auf etwas einzulassen: gemeinsam mit Menschen auf eine Reise gehen; sich einen Berg anschauen und eine neue Linie finden; einen Turn wie eine Welle fahren.

Was ist die Botschaft des Films?

Er soll schon Mädels motivieren, dass sie sich etwas zutrauen und machen, weil es gibt ja Möglichkeiten. Aber die Message war klar: Wir fahren auf Urlaub – als Familie. Zehn ski-verrückte Freunde zeigen, was sie gerne tun und nicht weil jetzt gefilmt wird. Es ging nicht nur um Freeriden, wir hatten auch Kicker-Sessions. Und das alles an einem ganz speziellen Platz.


Im norwegischen Bergsfjord konnte Arianna Tricomi gemeinsam mit zehn Freunden zwei Wochen lang Frühlings-Skifahren vom Feinsten zelebrieren. (Foto: Nicola Grigis)

Wie seid ihr auf den Spot gestoßen?

Morten Kristensen aus Norwegen ist ein Ski-Bum, den drei Freunde meiner Crew schon vor einiger Zeit kennengelernt haben. Er hat erzählt, dass er mit seinem Segelboot ganz im Norden seiner Heimat unterwegs war und den ultimativen Platz entdeckt hat: das 50-Einwohner-Dorf Bergsfjord. Dort hat er dann 2017 eigenhändig eine Lodge gebaut. Schon vor der letzten Saison haben wir beschlossen, dass wir da im heurigen Frühjahr unbedingt hin wollen. Die Anreise waren drei Flüge, zwei Taxifahrten und zwei Stunden am Motorboot. Aber es hat sich voll ausgezahlt.

Was sind die Highlights der Reise für dich?

Die ewigen Sonnenuntergänge mit Freunden am Berg. Dazu dieses Fließen mit der Zeit. Um 4 Uhr in der Früh aufwachen und es ist hell. Manchmal sind wir von acht in der Früh bis halb zehn am Abend Ski gefahren, weil wir so viel Spaß hatten. Einmal waren wir überhaupt 30 Stunden unterwegs. Wir haben am Boot geschlafen und mit dem Gaskocher Kaffee gemacht. Ein Highlight ist auch, dass Filmemacher Marco Tribelhorn und Markino Grigis, einer meiner besten Freunde, gemeinsam die gesamte Filmmusik mit ihren Instrumenten eingespielt haben.

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La Luce Infinita ist bei folgenden Tour-Stopps des Freeride Filmfestivals 2018 zu sehen: Zürich, Stuttgart, Köln, Berlin und Wien.

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