• Freeride Filmfestival

"Es geht darum, seine eigenen Regeln aufzustellen"


Der ehemalige Profi-Snowboarder, Filmemacher und Wahl-Tiroler Harry Putz und der in Wien lebende Salzburger Volker Hölzl sind die Organisatoren des Freeride Filmfestivals (also die Chefs hier). Aber nach welchen Kriterien stellen sie das Programm eigentlich zusammen? Und wie hat sich unser Sport aus ihrer Sicht in den vergangenen Jahren verändert?


Harry und Volker in den Stubaier Alpen (Foto: Simon Rainer)

Lieber Harry, lieber Volker, erzählt doch mal: Nach welchen Gesichtspunkten wurden die Produktionen des Freeride Filmfestivals 2017 ausgewählt?

Harry Putz: Wir haben Wert auf Filme gelegt, die ein authentisches Herangehen ans Freeriden zeigen und haben uns deshalb unter anderem für Entdeckungsreisen durch Griechenland, Kirgistan und Spitzbergen entschieden. Wir wollen Menschen inspirieren, ihre eigenen Wege zu finden.

Volker Hölzl: Oberste Priorität hat die Qualität der Filmproduktionen. Zu den wichtigsten Kriterien gehört weiters die Geschichte, die erzählt wird. Wie kommen die Akteure auf den Berg? Welche Motivation steckt dahinter? Welche technischen Hilfsmittel werden verwendet? Im Idealfall wird ja auf den Einsatz eines Helikopters oder anderer motorisierter Transportmittel verzichtet. Wie wichtig ist es euch, nicht nur die Filme zu zeigen, sondern auch die Protagonisten vor den Vorhang zu bitten?

Volker Hölzl: Das ist wohl eines der Markenzeichen des Freeride Filmfestivals. Es sind extrem interessante Persönlichkeiten mit uns auf Tour, die den Freeride-Sport für die Besucher erst so richtig erfahrbar und begreifbar machen.

Harry Putz: Man spricht ja immer vom "Mehrwert". Tatsächlich hören die Zuschauer nicht nur, was die Athleten auf der Bühne erzählen: Oft bietet sich beim Freeride Filmfestival die Gelegenheit für ein persönliches Gespräch zwischen Fans und Protagonisten. Ein nicht zu unterschätzender Benefit für unsere Sportler ist wiederum, dass sie auf Tour genügend Zeit haben, sich untereinander auszutauschen und neue Ideen zu entwickeln. Wir erleben heuer bereits das 8. Freeride Filmfestival. Wie hat sich der Freeride-Sport seit 2010 aus eurer Sicht verändert?

Harry Putz: Am Beginn wollten wir durch unseren persönlichen Bezug zur Szene nur eine Plattform bieten, auf der die immer zahlreicher produzierten Filme ein Publikum finden könnten. Uns war aber eigentlich gar nicht bewusst, dass es sich dabei um einen Trend handeln könnte. Nicht zuletzt durch die Breitenwirkung der Bilder vom Powdern hat das Freeriden eine ganz eigene Dynamik bekommen und ist immer populärer geworden.

Volker Hölzl: Das Freeriden geht wie andere Trendsporten auch den Weg aus der Nische hin in Richtung Mainstream. Doch dort wird unser Sport meiner Meinung nach nie ganz ankommen können: Das notwendige Level ist so hoch, dass es sich nicht einfach jeder selbst aneignen kann. Die Pioniere der Szene selbst entwickeln sich und das Freeriden jedoch immer weiter; eine Weiterentwicklung, die wir beobachten, ist zum Beispiel die Rückbesinnung auf die Wurzeln des Sports. Jedenfalls geht es immer darum, etwas Neues zu beginnen und seine eigenen Regeln aufzustellen.

Heuer überschreitet das Freeride Filmfestival erstmals die EU-Außengrenzen und gastiert zweimal in der Schweiz. Ihr erfüllt euch damit selbst einen lang gehegten Wunsch, nicht wahr?

Harry Putz: Ja! Der Grundgedanke war es, eine Plattform für Athleten und Filmemacher aus der österreichischen Freeride-Szene aufzubauen. Und zwar im gesamten deutschsprachigen Raum.

Volker Hölzl: Die Schweiz ist aber nicht nur aufgrund der Sprache eine perfekte Destination für uns, sondern auch wegen der überwältigenden Vielfalt an Bergen und den damit verbundenen Möglichkeiten zum Freeriden.


Die knallharten Fragen stellte Hannes Kropik (Foto: Simon Rainer)

#offpisteontour #HarryPutz #VolkerHölzl #Interview

  • Facebook
  • Instagram

Lust auf Neuigkeiten

vom Freeride Filmfestival?

Melde dich hier für den Freeriders Newsletter an!

Footer-pic-FloGassner.jpg